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Medizinischer Masseur / Medizinische Masseurin

Am 30.9.2009 hat im vdms die Berufsinformations-Veranstaltung stattgefunden.

Frau Paola Giannini-Sidler, Med. Masseurin FA, Betriebsökonomin und Vorstands-
Mitglied in der OdA-MM:

Medizinischer Masseur/ Medizinische Masseurin mit eidgenössischem Fachausweis (FA)

Seit dem 19. Juni 2009 ist der Beruf des Med. Masseurs ein eidgenössisch anerkannter Beruf. Das Bundesamt für Bildung und Technologie (BBT) hat nämlich dann das Berufsbild und die Prüfungsordnung genehmigt.

Rund 4000 Arbeitsstunden und mehr als 30 Sitzungen, geleistet von ca. 45 Personen aus 21 Organisationen innerhalb von drei Jahren waren nötig, bis es soweit war. Am 19. Juni 2009 genehmigte das BBT das Berufsbild und die neue Prüfungsordnung zum Medizinischen Masseur mit eidgenössischem Fachausweis (MM EFA).

Diese Regelung gilt für Therapeuten, welche die Ausbildung neu anfangen. Der Beruf ist neu auf der Tertiärstufe angesiedelt (bisher Sekundarstufe). Der Titel wird erlangt durch das Bestehen der Berufsprüfung. Diese Prüfung wird voraussichtlich 2 mal im Jahr von der Organisation der Arbeitswelt für die Medizinischen Masseure (OdA-MM) in drei Sprachen für die ganze Schweiz angeboten. Zugelassen wird, wer die Anforderungen erfüllt, welche in der Prüfungsordnung und in der Verordnung beschrieben werden. Wichtige Anforderungen sind das Vorhandensein eines Abschluss auf der Sekundarstufe (Matura, Lehre) und der Besuch und das Bestehen der erforderlichen Module. Die erste Berufsprüfung ist für das erste halbe Jahr 2010 geplant.

Früher wurden die Schulen vom Schweizerischen Roten Kreuz anerkannt, neu werden durch die Qualitätssicherungskommission der OdA-MM die Module der einzelnen Anbieter überprüft und anerkannt.

Med. Masseure, die ein vom SRK anerkanntes Ausbildungsprogramm besucht haben oder die Nachreglementierungsprüfung absolviert haben, müssen die Berufsprüfung nicht ablegen. Diese können sich, gegen eine entsprechende Gebühr, registrieren lassen.
Kontakt: OdA-MM, Postfach 456, Gürtelstrasse 20, 7001 Chur, Tel. 081 257 10 52,
info@oda-mm.ch, www.oda-mm.ch

Therapeuten, welche eine Ausbildung im Ausland absolviert haben und diese vom SRK haben anerkennen lassen, müssen sich direkt an das BBT wenden.
Kontakt: Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Effingerstrasse 27, 3003 Bern
Telefon: +41 31 322 21 29,
info@bbt.admin.ch, www.bbt.admin.ch

Für Med. Masseure, die weder ein vom SRK anerkanntes Diplom noch einen ausländischen Ausweis besitzen, aber seit mehr als 5 Jahren als Med. Masseure arbeiten, wird ein Programm „Validierung der Kompetenzen“ entwickelt. Das Programm erlaubt, die eigenen Kompetenzen zu bewerten und herauszufinden, welche Kompetenzen noch fehlen, um die Berufsprüfung absolvieren zu können. Die Entwicklung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Interessenten können sich aber bereits jetzt bei der Oda-MM melden und sich in einer Liste eintragen lassen. Zum gegebenen Zeitpunkt werden diese Leute kontaktiert.

Therapeuten, die mit einzelnen Methoden arbeiten und den neuen Titel Med. Masseur mit eidgenössischem Fachausweis erwerben möchten, wenden sich am besten an eine akkreditierte Schule, um einen angepassten Ausbildungsplan erstellen zu lassen.

Alle Informationen und Dokumente zum Thema finden Sie auf der dreisprachigen Internetseite der Dachorganisation unter www.oda-mm.ch . Bald wird dort auch eine Rubrik FAQ (frequently asked questions) aufgeschaltet.

Paola Giannini Sidler
Projektleiterin Berufspolitik

 .... einige Impressionen zum 30.9.2009....

 

 

 

Validierung

 

Die 5. Jahreskonferenz  „Validierung von Bildungsleistungen“ im Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT in Bern vom 15.12.2009 hat gezeigt, dass das Thema Validierung in aller Munde ist. Viele Unternehmen aus unterschied­lichsten Berufssparten beschäftigen sich zur Zeit mit der Definition eines guten Validierungsverfahrens. Eine Validierung bzw. folgende 5 Schritte zum Berufsabschluss sind: Information u. Beratung - Bilanzierung - Beurteilung - Validierung - Zertifizierung. Weitere Informationen: www.validacquis.ch

 

Bedeutendes Augenmerk fällt auf die Gesundheitspolitik, die Alternativmedizin und Komplementärtherapie. Wie validiert man beispielsweise einen Therapeuten mit langjähriger Berufserfahrung? Erlauben die Anzahl der Tätigkeitsjahre oder die gesammelten Diplome eine Entscheidung über therapeutisches Können oder ist hier eher der Patientenleumund massgebend? Was ist mit dem Therapeuten, der keinem Verband, keiner Organisation angehört, aber seit Jahren eine Praxis hat und sich permanent fort- und weiterbildet? Werden seine erlangten Urkunden anerkannt und für ihn günstig validiert, um ihm einen standesrechtlichen Auftritt vor seinen zukünftigen Patienten zu ermöglichen?

 

Das Projekt für die Berufsreglementierung des AM erstellt das Qualifikationsprofil bzw. Handlungsprofil mit Sach-, Methoden-, Sozial- u. Persönliche Kompetenzen

 

Wenn wir als Alternativmediziner AM uns auf den Weg zum eidgenössischen Titel machen, dann umfasst dies zwingend mehrere Schritte: ein Berufsbild, einen Ausbildungsweg, ein Qualifikationsverfahren, die Validierung jetziger Therapeuten und eine standfeste Qualitätssicherung. Um all dem gerecht zu werden, ist hier allerdings kein Platz.

 

Daher wird im Folgenden nur der letzte Schritt, die Qualitätssicherung, näher angesprochen.

 

QS Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung soll gewährleisten, dass ein homogenes Bild geschaffen wird, indem alle obgenannten Schritte überprüft, aufeinander abgestimmt und erfüllt werden..

 


 

 

Man unterscheidet dabei:

Strukturqualität

Prozessqualität

Ergebnisqualität

è  Beziehungsqualität

Ein Prozess findet aufgrund einer Struktur statt und bringt ein Ergebnis hervor. (Im Vergleich mit Strom ist die Leitung = Struktur, der Strom = Prozess, das Ergebnis = Kochen) à schafft Beziehungsqualität.
                       

Qualität ist primär für den Endverbraucher entscheidend, in unserem Falle ist dies der Patient. Der Wert der Qualität wird in der Regel von dem bestimmt, der  die Sache oder Dienstleistung beansprucht. Qualitätsanforderungen, auch Mindestanforderungen, werden je nach Perspektive unterschiedlich ausfallen, sind also keine zuverlässigen Kriterien.


Die Messlatte der Patienten ist demnach anders als die des Allgemeinmediziners. Woran erkennt und wonach beurteilt ein Patient den „guten“ Therapeuten? Sind dies Schmerzfreiheit, Zeitkriterien, Eingehen auf die Gesamtsituation oder nur auf die Symptome, die Art der Gesprächsführung oder ….. ?

 

Die Messlatte des AM hingegen tendiert eher in Richtung Ausbildung, Erfahrung, Arbeit am Patienten etc.

 

Jedem Denkprozess der Qualitätssicherung muss jedoch die zu messende Qualität vorausgehen. Qualität ist keine Konstante, sie ist ein ständiger Prozess, also Qual-i-tête (Qual im Kopf)?

Wie aber misst man Qualität in der Praxis?

 

 

Einheitliches Berufsbild?

 

Ein klar definiertes Berufsbild könnte das Abgrenzungsdenken Schulmediziner - Naturmediziner aus der Welt schaffen. Der dauernde Kompetenz-Konflikt zwischen Arzt und Naturheilkundigem würde überflüssig werden.

 

Der jeweilige Berufsbild müsste Grundkenntnisse aus allen 4 Bereichen (TCM, TEN, Ayurveda, Homöopath) umfassen, die Spezialisierung würde später erfolgen. Für das BBT allerdings ist unabdingber, dass das Qualifikationsprofil eine einzige Fachrichtung ausweist: ein Nenner, ein Beruf, wie das zum Beispiel heute in Gastrosuisse der Fall ist.

 

Am 20. November dieses Jahres wird die Informationsveranstaltung der Organisation der Arbeitswelt AM OdA AM sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Wir werden Sie an dieser Stelle später informieren.

 

Fazit:

Mit Voltaire’s Worten: „Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“

 

Da aber die Hoffnung ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot ist, machen wir uns als Therapeuten gemeinsam auf dem Weg.

Um unseren Berufsbild als Therapeuten klar zu definieren ungeachtet der Methoden, der Fachrichtungen und der Philosophien, bedarf es der Vernetzung, der Einigkeit und des intakten Auftretens als EIN BERUF.

Anregungen, Kritiken, Kommentare sind erwünscht: OdA AM http://www.oda-am.ch/

 

Rosemarie Wagner